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Meine Weihnachtsmärchen
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Der Wunschzettel Dominique
ist ein fünfjähriges Mädchen mit langen Zöpfen und einem
Popo, der ungern lange sitzen will. Mama muss öfter mal beim Essen
fragen:" Kannst du vielleicht noch fünf Minuten ruhig sitzen bleiben, bis
du deinen Teller leer gegessen hast?" Und Dominique antwortet dann ganz
keck:"Och Mama, ich will ja schon aber der Bobbes nicht." Im Moment sitzt
sie im Kindergarten, natürlich bei den Großen, denn sie ist ja schon
fünf. Die Kinder basteln heute Weihnachtssterne aus Goldpapier. Frau
Hofmann, die Kindergärtnerin, erklärt gerade den Kindern, wie sie das
Glanzpapier falten müssen, damit der Stern auch richtig hübsch
ausschaut. Dominique fällt es heute schwer, ihrer
Kindergärtnerin zuzuhören. Bevor Dominique heute morgen aus dem Haus
ging und Mama ihr das Abschiedsküsschen gab, meinte sie noch:" Wenn du vom
Kindergarten nach Hause kommst mein Schatz, müssen wir mal deinen
Wunschzettel fürs Christkind schreiben, es ist an der Zeit. -Und
nun muss sie andauernd an das Wort "Wunschzettel" denken.- Wuuunschzettel . . .
ist aber auch ein richtig schönes Wort. Sie dreht sich zu ihrer
Freundin Melissa um und fragt sie ganz leise:" Melissa, hast du schon deinen
Wunschzettel geschrieben?" "Na klar, sagt diese ganz laut, das ist schon
laaange her." "Was ist denn schon lange her, Melissa?" fragt Frau Hofmann. "Na,
dass ich meinen Weihnachtswunschzettel für den Postengel auf die
Fensterbank gelegt habe." "Meinen hat die Mama mit mir auch schon geschrieben
und auf die Fensterbank gelegt", erzählte Susanne, "meinen habe ich mit
Papa geschrieben und ihn auf unseren Fußabtreter gelegt, weil die
Fensterbank voll Schnee war und der Postengel ihn dann sicher nicht gefunden
hätte. "Wißt ihr was ich mit meinem Wunschzettel gemacht habe?"
fragte Martin in die Runde. Ich habe Sternchen aus Weihnachtspapier
ausgeschnitten und darauf geklebt, das sah toll aus. Der Postengel hat ihn auch
schon abgeholt. "Hast du denn noch keinen Wunschzettel rausgelegt Dominique?"
"Na, hoffentlich ist das noch nicht zu spät," meint Ullrich. Wärend
Tini noch erzählt, wie sie den Umschlag ihres Wunschzettelts bunt bemalt
und ihn dann in einem Blumentopf vor die Haustüre gelegt hat, wird es
Dominique ganz komisch im Bauch und sie fühlt sich gar nicht gut. Da
klingelt auch schon die Glocke zum Mittagessen und alle Kinder gehen in das
Speiseräumchen zum Essen. Dominique sitzt vor ihrem Teller und
bekommt keinen Bissen hinunter. Frau Hofmann ist eine aufmerksame
Kindergärtnerin, ihr fällt sofort auf, dass dem Mädchen etwas
auf dem Herzen liegt und fragt sie:" Dir scheint ja etwas ganz gewaltig auf den
Magen zu drücken, dass dir heute nicht einmal die leckeren Waffeln mit
heißen Kirschen schmecken wollen.Was macht dich denn so traurig?" Da
sprudelten die Worte nur so aus Dominique heraus, grad wie aus einer
Sprudelflasche wenn man sie geschüttelt hat, bevor man sie öffnet. .
. . . .Weißt du Frau Hofmann, ich hab' so Angst, dass der
Ullrich recht hat, es ist vielleicht schon viiiel zu spät um einen
Wunschzettel rauszulegen, der Postengel kommt vielleicht gar nicht mehr vorbei,
die Engelchen haben im Himmel vielleicht schon alles für die Kinder auf
der Erde vorbereitet und meinen Zettel haben sie ja noch nicht, da wissen sie
ja gar nicht, was sie mir bringen sollen, ich bekomme nichts geschenkt, dann
liegt unterm Weihnachtsbaum gar nichts für mich . . . "Weißt du
was Dominique?", meinte Frau Hofmann, "du versuchst mal etwas zu essen und ich
verspreche dir, dass dein Wunschzettel noch rechtzeitig beim Postengel ankommt,
einverstanden?" "Oh ja, da bin ich klar mit einverstanden.".
Nachdem die Kinder den Tisch abgedeckt und ihr Geschirr in die
Spülmaschine gepackt hatten, rief Frau Hofmann ihre Kinder zurück in
den Gruppenraum. "Horcht mal Kinder, wie ihr vielleicht bemerkt habt, ist
Dominique etwas traurig, dass sie ihren Wunschzettel noch nicht geschrieben
hat, was haltet ihr denn davon, wenn wir ihr da mal ein Wenig helfen und mit
ihr zusammen einen ganz fantastischen bunten Wunschzettel basteln?" Die Kinder
waren alle begeistert, trugen geschwind verschiedene Materialien wie Tonpapier,
Glitzer zum Streuen, Goldpapier und Buntstifte herbei. Frau Hofmann schnitt aus
Tonpapier eine hübsche Karte aus, Melissa malte den Rand grün und rot
an, Tina klebte Sterne drauf, Ullrich stempelte bunte Weihnachtsengel in die
Ecken und schon war die Vorderseite fast fertig. Auf die Rückseite malte
Kerstin einen Mond, Susanne eine Kerze, Andreas einen Tannenbaum, Merle einen
Weihnachtsmann, Heike ein paar Nüsse, Miroslav malte sogar einen
Weihnachtskuchen. Die Zwillinge Aleen und Angie malten gemeinsam einen
großen Teller Plätzchen. Und Nikolei verblüffte die restlichen
Kinder, mit einem ganz tollen Bild von Rudolf dem Elch mit der roten Nase.
Rucki zucki hatten die Kinder eine wunderschöne Weihnachtskarte gebastelt.
Danke, Danke . . . gluckste Dominique und konnte vor Freude nicht richtig
sprechen. Frau Hofmann strich Dominique über's Haar und sagte ihr: "Wenn
du heute nach Hause kommst, verräts du deiner Mama noch deine Wünsche
und wenn sie diese in die Mitte der Karte geschrieben hat, hast du nicht nur
einen Wunschzettel, sondern eine gaaanz besondere "Weihnachtswunschkarte", die
bestimmt schon heute Abend der Postengel bei dir abholen wird, glaub's mir.
Nach dem Abendessen streute Dominique noch ganz behutsam einige
goldne Glitzerstreusel auf die Karte, öffnete das Fenster und rief:
"Lieber Postengel auch ich hab' nun meine Karte fertig, hole sie doch bitte
ab", legte die Karte auf die Fensterbank neben das Voglefutter und schloß
wieder das Fenster. Sie ging ins Bad putzte sich die Zähne,
kuschelte sich mit Mama noch in eine Decke und ließ sich eine Geschichte
von Rudolf dem Rentier vorlesen. Als es Bettzeit war, ging sie vorher noch
einmal ganz neugierig in die Küche und staunte nicht schlecht, als doch
tatsächlich statt der "Weihnachtswunschkarte" auf der Fensterbank eine
weiße Feder zu finden war. "Na, was glaubt ihr, hat Dominique wohl
diese Nacht geträumt? Emilia
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